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<p>Lieber Vorstand,<br>
die Zeit "zwischen den Jahren" ist wirklich ein"dazwischen", nach
Weihnachtsstress (wobei ich mich alle Jahre wieder frage, warum
ich diesen mitmache) diese Zeit als geschenkte Zeit der Ruhe und
des Nach-Denkens zu nutzen ist mir in den letzten Jahren immer
wichtiger geworden.<br>
Deshalb hier für und mit Euch ein Nach-Denken des ewe-Jahres und
ein vorsichtiger Ausblick ins Jubiläumsjahr 2020.<br>
</p>
<p><b>Deutsche Freiwillige</b><br>
Nachdem das Ende von 2018 Gesine sehr in Anspruch genommen hat mit
der QM-Prüfung und dies zu einer Zeit, in der sich bereits die
ersten Zeichen von Konflikten um Ben und Chrisencia abzeichneten,
die Helen, Gesine und mich in unserer Reaktion darauf sehr
beschäftigt haben, haben wir uns dennoch entschlossen Naomie zu
entsenden.<br>
Dies war ein Wagnis und nicht ohne Risiko für uns als
Entsendeorganisation. Zum einen hatte die offenbar immer stärker
werdende Chrisencia auf Partnerseite Bedenken wegen der religiösen
und spirituellen Vorstellungen von Naomie und überdies war uns
bewusst, dass wir ein Experiment mit einem neuen Typus Freiwillige
machen, die nach Abschluß eines Bachelor-Studiums nun ein
Orientierungsjahr in einem ganz anderen Feld versuchen und im
Falle von Naomie verbunden mit einer Suche nach ihren kulturellen
Wurzeln. Letzteres hatten wir schon mit Lilly und Nurit, und
ersteres bedingt mit Susanne. Aber die Kombi und das in einer eher
beziehungsmässig angespannten SItuation war ein Wagnis und wird es
auch bleiben.<br>
Während die Situation mit Ben eskalierte und zu zweimaligem
Wechsel der Einsatzstelle und Familie führte und am Ende dazu,
dass Ben weitgehendst sozial isoliert wurde, erkrankte Gesine
langfristig und musste sich aus der ewe-Arbeit weitestgehend
zurückziehen. Ein Ausfall, den Helen und ich nur unzulänglich
füllen konnten und können.<br>
Immerhin konnten wir den Bereich der FW-Verwaltung an Yoko
übertragen, startend mit der Abrechnung von Naomie; Ben und Silja
wird noch von Gesine zuende gebracht. Gesine wird eingeschränkt im
Hintergrund beratend zur Verfügung stehen, mittelfristig werden
Helen -als Verantwortliche- und ich diesen Kernbereich unserer
Arbeit versuchen zu konsolidieren, und ehemalige FW zu motivieren
zukünftig in die Begleitung einzusteigen.<br>
Da wir 2020/2021 leider niemanden entsenden können (die einzige
Kandidatin erhielt vor Ende unserer Bewerbungsfrist eine Zusage
von Missio) müssen wir unsere Konzeption in Zusammenarbeit mit
unseren sambischen Partnern neu erarbeiten, um attraktiver in die
Werbung für 2021/ 2022 einsteigen zu können und entsprechend der
QM-Prüfung Ende 2020 gelassener entgegensehen zu können. Dies wird
Dank der hervorragenden Vorarbeit von Gesine für 2018 machbar
sein. Dies wird für den Einsatz von sambischen FW in Deutschland
eine Rolle spielen, da beides aneinander gekoppelt ist, eben ein
Austausch.<br>
Ein großes Problem sehe ich in unseren Partnern, die z.Zt.
wichtigeres und existenzielleres zu tun und zu regeln haben als
den Einsatz deutscher FW nach deutschen Vorgaben zu gestalten.<br>
Diesen Prozess der Aktualisierung und Weiterentwicklung des
FW-Einsatzes werden wir im ersten Halbjahr 2020 angehen und der MV
im JUni vorstellen. Ich hoffe für die interkultrelle Kommunikation
auf die Mitarbeit von Evans.<b><br>
</b></p>
<p><b>Sambische Freiwillige</b><br>
Auch hier begann das Jahr 2019 mit einem (von mir verursachten)
Problem, das die Zusammenarbeit mit unseren Partnern unnötig
belastet hat: Wir haben die sambischen Partner gebeten für die
Ausbildung von Chilala ein Treuhandkonto einzurichten und zu
verwalten, das über uns ausgestattet wurde mit Spendengeldern, die
Sigrid Schloßbauer akquirierte. Das ist voll schief gelaufen, weil
unsere Partner -zu Recht- diese Einzelförderung kritisierten,
sodass wir nach einer ersten Zahlung diese Initiative wieder an
Sigrid zurückgegeben haben. Für diese Fehleinschätzung möchte ich
mich entschuldigen.<br>
Dank des unermütlichen Einsatzes von Irmela konnte der Einsatz der
sambischen FW gut gestaltet werden. Erstmals hatten wir im Vorfeld
kein Problem Gastfamilien zu finden.<br>
Leider muss Nina, zumindest während ihres Masterstudiums
pausieren, aber Silja, deren Eltern überlegen dieses Jahr eine
sambische FW einzuladen, will in die Begleitung der samb. FW
einsteigen.</p>
<p><b>Projekte</b><br>
Die Auswirkungen des KLimawandels sind in der Southern Province
schon seit einigen Jahren so massiv einwirkend auf die Ernährung
der Menschen und damit auch auf deren Lebensbedingungen, dass dies
sogar Einfluss auf den Pastoralplan des Bistum Monze hat vorgelegt
für 2016 - 2020.<br>
In Konsequenz haben wir als ewe immer mal wieder bei unseren
Partnern angefragt, ob wir in diesem Rahmen Projekte der Caritas
unterstützen können, zuletzt durch die bedrückenden Meldungen
dieses Herbstes und dem beindruckenden Spiegel-Podcast über die
Viktoria-Fälle und die Situation in der Southern Province.</p>
<p><a
href="https://www.spiegel.de/video/duerre-in-simbabwe-und-sambia-viktoriafaellen-geht-das-wasser-aus-video-99031139.html">https://www.spiegel.de/video/duerre-in-simbabwe-und-sambia-viktoriafaellen-geht-das-wasser-aus-video-99031139.html</a></p>
<p>Diese unsere Angebote wurden nicht angenommen, zwar nicht
abgelehnt, aber mit dem Verweis auf viel Arbeit mit der
Saatgutsicherung und Ausgabe an die communities hinausgezögert. <br>
Ich weiss nicht, wie damit umzugehen. Ob wir als nicht zuständig
angesehen werden, da konzentriert auf den interkulturellen
FW-Austausch oder finanziell nicht potent genug, oder im
Projektbereich eher auf Ausbildungsprojekte fokusiert, wie
Schulfee -obwohl dies ein Projekt der KHG-Aachen (noch) ist?<br>
Ich werde in dieser Frage den Kontakt zu FairHandeln suchen.</p>
<p><b>Vorstandsarbeit und Verwaltung</b><br>
Insgesamt funktioniert die Zusammenarbeit in den einzelnen
Verantwortungsbereichen gut. Ähnlich, wie bei unseren Partnern,
ist dies sehr stark personengebunden. Das macht uns anfällig für
Ausfälle, wie jetzt bei Gesine oder auch Nina. Deshalb ist die
Konzentration im Vorsitz auf die ältesten Mitglieder -Irmela und
mich- problematisch. Hier muss ich lernen mehr abzugeben an
Nachwachsende und mich konzentrieren auf die konzeptionelle Arbeit
und die Aussenvertretung.<br>
Die Möglichkeiten die Trello bietet, nutze ich/ nutzen wir bisher
nur zögerlich (mit Ausnahme von Yoko). Auch die Angebote zur
Mitarbeit durch Jörg und Gabi Thönnes konnte ich/ konnten wir
bisher nicht integrieren. Dies ist aber notwendig, da Jörg
offensichtlich einen regen Austausch mit dem Bischof von Monze,
Fikani Phiri (Sohn von Solomon) und den Jesuiten in Chikuni hat.
Das schafft Verwirrung!</p>
<p><b>Partner</b><br>
Bei unseren Partnern scheinen sich unterschiedliche personelle
Zuständigkeiten herauszubilden, die eine gewisse Selbständigkeit
haben, aber mindestens so stark von Personen abhängig sind wie bei
uns. Aber während bei uns zumindest ab und zu Neue einsteigen und
integriert werden, ist dies bei den sambischen Partner alles
fokussiert auf Solomon Phiri, den die Sambia-Länderreferentin von
Misereor nach einem Projektbesuch als König bezeichnete, auf den
alles hingeordnet ist. Aber wenn dieses Bld so stimmt, dann ist
Chrisencia, gerade jetzt als in der Rangfolge ihres Ordens an 2.
Stelle, eine Queen im Bereich der Freiwilligen-Arbeit und Agnes
allenfalls die Assistentin von beiden.<br>
Für die Absicherung unserer Freiwilligen ist das gut, aber wie wir
in diesem Jahr gesehen haben, auch fragil, wenn die Akteure andere
Schwerpunkte setzen (müssen).<br>
Mir schwebt vor so etwas wie einen Kooperationsvertrag zu
entwickeln, der ewe und Diocese of Monze bindet und überprüfbar
und zielorientiert ist.</p>
<p><b>Ehemalige Freiwillige</b><br>
Sowohl die deutschen als auch die sambischen FW sind angeschrieben
worden mit der Intention, ihre Erfahrungen in die Vereinsarbeit
einzubringen.<br>
Bei den sambischen FW durch Evans war der Fokus gerichtet auf die
interkulturellen Erfahrungen, bei den deutschen FW durch mich eher
auf grundsätzliches Engagement im und für den ewe.<br>
Die Reaktionen der deutschen waren eher spärlich (immerhin hat
Gerrit seine Mitgliedschaft beantragt und für mehrere Jahre
Mitgliedsbeitrag gespendet und sich bereit erklärt von Tirana aus
via Internet Verwaltungsaufgaben zu übernehmen. Thomas McColgan
versucht eine Partnerschaft und ggf. FW-Austausch mit einem
schweizer Gymnasium und Namwala zu initiieren, Carolin Philipp
bietet Film und Ausstellung zur Entwicklungsproblematik für das
Jubiläumsjahr an und Natalie erwartet im Februar ein Kind und kann
sich daher nicht auf Jubiläumsaktivitäten festlegen.<br>
<br>
<b>Perspektive</b><br>
Wie oben bereits angedeutet, werden wir die Freiwilligen-Arbeit
konzeptionell weiterentwickeln müssen - oder aufgeben.<br>
Desgleichen gilt für unsere darauf fussende Partnerschaft.
Entsprechend perspektivische Vorlagen sollten Thema der
Mitgliederversammlung sein, bei der ja auch ein neuer Vorstand zu
wählen ist.<br>
<br>
Soweit mein Nach-Denken<br>
Ich möchte mich bei Euch allen bedanken, dass Ihr -je nach
Lebenssituation und Kräften- so verlässlich auch im vergangenen
Jahr im Vorstand gearbeitet habt<br>
Ich wünsche Euch einen guten Start ins neue Jahr und freue mich
Euch am <b>Di 21. Januar</b> bei unserem ersten Treffen im neuen
Jahr wiederzusehen<br>
Herzliche Grüße<br>
Guido<br>
</p>
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Guido Schürenberg
-Vorsitzender-
eine-welt-engagement.de
Postfach 100523
52305 Düren</pre>
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